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So ein Schweinehund!

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Mein Schweinehund hat es tatsächlich geschafft, sich durchzusetzen. War ja am Montag auf dem Weg zur Therme und bin auf dem Rückweg blöd umgeknickt. Hatte zwar immer Schmerzen beim Belasten, aber nicht so, dass ich deswegen aufhören würde jeden Abend ne Stunde zu laufen.
Gestern bin ich dann die Treppe runtergefallen, weil ich umgeknickt bin (ja, ja, typisch, ich weiß). Anschließend war das Ziehen im Fuß wieder schlimmer, sodass eine Freundin darauf bestand, mich zu einem Arzt zu fahren – gesagt, getan.
Das Ergebnis: Eine Bänderdehnug. Zwei Wochen etwas zurückhalten mit Belastung. Na super!

Morgen ist endlich Freitag – der Tag, an dem ich im Rahmen meiner Ausbildung bei der ersten Operation zugucken kann, bin schon echt gespannt!
Danach fahre ich endlich wieder nach Hause und verbringe das Wochenende gemütlich mit einem Filmabend mit meiner Cousine, ihrem Freund und meinem Freund. Und Sonntag geht es schon wieder hier rüber. Aber daran denke ich noch nicht, jetzt kommt endlich erstmal das Wochenende.
Wünsche euch einen schönen Freitag und eine tolle Restwoche!

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Nach müde kommt doof

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Es ist Samstagmorgen, 08:45 Uhr, und ich bin schon hellwach. Seit sage und schreibe zwei Stunden. Bin, wie jeden Morgen, ohne Probleme fröhlich aus dem Bett gehüpft, habe mein Bett ausgeschüttelt, Kaffee gekocht und federleicht singend und pfeifend durch meine Wohnung getanzt… Und dann bin ich aufgewacht. Ich bin nämlich eine richtige Eule! Für mich ist es der blanke Horror, um 06:00 Uhr aufzustehen und gut gelaunt rumzulaufen. Denn vor dem ersten Kaffee sollte man mich nicht ansprechen, das wäre für meine Mitmenschen ziemlich lebensgefährlich. Aber wenn ich dann einmal einen Schluck getrunken habe, werde ich wieder zum Menschen. Zu der quirligen, nervtötenden Juke – Box, die ich jeden Tag auf’s Neue verkörpere.
Und das ist kein Scherz. In meinem Kopf ist nämlich eine Jukebox integriert, die zu jeder Situation den passenden Sound oder das passende Lied abspielt. Und damit ich mich nicht alleine damit quäle, singe ich halt gerne mal mit. Ich habe sogar schon ein paar Mal vergessen mein Radio auszuschalten, als ich zur Schule gefahren bin, weil ich dache, die Musik sei nur in meinem Kopf. Okay, jetzt halten mich wirklich alle für verrückt, aber ich kann euch sagen: Ich höre lieber Musik als Stimmen!
Und wenn das Leben ein Musical wäre, hätte ich super Chancen auf die Hauptrolle, da ich ja schon immer übe. Aber für ein Leben im Mittelpunkt bin ich glaube ich nicht geboren. In meiner Schullaufbahn war ich eher so das stille Mädchen, das nur in den Pausen aufgetaut ist und mümmelnd in der Ecke saß. Nein, Spaß. So ein kleiner Clown war ich immer schon, meistens nur leider unabsichtig… Habe bestimmt schon mal erwähnt, dass ich ein kleines bisschen tollpatschig bin. Treppen rauf- und runterfallen, stolpern, Dinge hinschmeißen und über meine eigenen Füße stolpern gehört für mich zum Alltag. Immer wenn mir etwas passiert, bin ich gerade in meiner plüschigen, ausgepolsterten Welt und starre dort kleine Pinguine an, die winkend an mir vorbeiwatscheln – und darum kann ich leider in der „realen Welt“ nicht mehr aufpassen und begebe mich in doofe Situationen. Des Öfteren verletze ich mich dabei dann, sodass ich eine Zeit lang nicht mehr geröntgt werden durfte, weil ich in dem Jahr schon zu oft den Strahlen ausgesetzt wurde 😀 Und während ich in meiner eigenen Welt abhänge, sagen Lehrer gerne mal wichtige Sachen oder nehmen mich dran, was ich dann mit einem schönen und herzhaften „Häää?!“ quittiere. Eine kleine Anekdote aus meiner Schullaufbahn: Letzte Geschichtsstunde für immer und unser Lehrer wollte gerne eine kleine Review auf seine Lehrmethoden haben. In einer Stunde haben wir den sogenannten „Gallery Walk“ praktiziert; da hängen die einzelnen Gruppen ihre Plakate im Flur auf und alle laufen dann, wie im Museum, an den Plakaten vorbei, um sich über die verschiedenen Themen zu informieren. So, in der letzten Stunde war ich grad in eine Diskussion mit mir selber vertieft, als die Stimme einer Mitschülerin zu mir drang: „Ja, den Museumsgang zum Beispiel fand ich echt gut.“ Da bei mir in dem Moment nur Museum hängen geblieben ist, frage ich – leise wie immer – wann wir denn im Museum gewesen sein. Die Folge: Stille, dann herzhaftes Lachen aus den hinteren Reihen und ein anschließendes Facepalm meines Lehrers. Ich meine, habt ihr schon mal ein Facepalm von eurem Lehrer kassiert?! Bei mir war es das zweite. Das erste war im gleichen Fach, beim gleichen Lehrer. Auf einer Folie standen die Anzahl der Gefallenen verschiedener Arbeitsgruppen des ersten (?) Weltkrieges und eine „Arbeitsgruppe“ war ein Rentier (für Leute, die ebensowenig französisch sprechen wie ich: „Senioren“). Nun, es kam, wie es kommen musste; als gerade Stille einrat rief ich erstaunt: „Oooooh, ein Reeeeeentier!“ (Also das Tier, verschriftlicht kommt das leider nicht so gut rüber :D) und das Facepalm meines Lehrers wurde durch sein „Es war klar, dass das von Dir kommt!“ begleitet.
Naja, genug! Ich bin mal wieder abgeschweift. Wollte eigentlich nur erzählen, dass ich so früh wach bin, weil mein Freund hier ist und mich geweckt habt. Welch ernüchterndes Ende, nicht wahr? Heute muss ich mich mal um meinen Vertrag kümmern, brauche ein neues Handy (meins lag schon mal eine Nacht lang im Schnee und ist gelegentlich aus dem dritten Stock auf Fliesen im ersten Stock geflogen – aber Nein, vergesslich und tollpatschig gehören natürlich nicht zu meinen Eigenschaften) und dann gehe ich mit meinem Freund essen und das Wochenende genießen und vielleicht mal unseren Urlaub planen.
Wünsche euch allen ein tolles Wochenende!

Dumm und Dämlich

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Vor einiger Zeit hat eine Freundin zu meinem Bro (ja, auch Mädchen können Bro zu ihren Freunden sagen und ein Bro sein) und mir gesagt, wir sein wie Dumm und Dämlich. Bis heute ist nicht klar, wer welchen Part in unserer Beziehung einnimmt. Während ich der Überzeugung bin, „Dämlich“ zu sein, findet er es gemein, als dumm bezeichnet zu werden.
Aber bei Dumm und Dämlich handelt es sich nicht um eine Beleidigung bezüglich des Wissenstandes, viel mehr um eine scherzhafte Feststellung unserer Tollpatschigkeit.

Und heute ist es besonders schlimm. Nicht nur, dass ich seit zwei Wochen meine ganzen Termine verpeile – heute Morgen habe ich statt Milch O-saft in meinen Kaffee gekippt und es erst bemerkt, als ich davon getrunken habe… Dann habe ich noch meine Lieblingstasse fallen lassen und bin die Treppe rauf gefallen.
An manchen Tagen zweifle ich selbst an meiner Anwesenheit auf diesem Planeten. Ich existiere, das ist klar. Aber in Gedanken scheine ich mich in meiner sicher verschlossenen, ausgepolsterten Welt zu befinden, in der ich nichts von meinem Umfeld mitbekomme und darum so verplant durch die Gegend laufe.
Manchmal wäre es vielleicht nicht schlecht, so eine Welt zu haben. Eine, in die man sich zurückziehen kann, wenn einem mal wieder alles zu viel wird. In der man sich geborgen und sicher fühlt, es nur einen selbst gibt und keiner die Chance hat, einen zu verletzen. Manchmal denkt man sich, man würde alles für so einen Ort geben. Und manchmal merkt man gar nicht, dass man so einen Ort schon lange hat.
Jeder hat seinen bestimmten Lieblingsort – und sei es nur das eigene Zimmer, die eigene Wohnung, die eigenen vier Wände. Sie bieten einen Rückzugsort und geben Geborgenheit und Schutz. Man kann die Tür verschließen und niemanden hinein lassen. Sich ganz aus dem Leben zurückziehen, Musik hören, vielleicht seinen Gedanken nachgehen und einfach das Leben sacken lassen. Descartes hat gesagt „Ich denke, also bin ich.“ Aber im Ernst: Wäre es nicht einfacher, einfach zu sein? Wenn man das Denken ausschalten könnte, einfach frei nach dem Herzen leben und das Bauchgefühl entscheiden lassen, statt sich mit elenden Gedanken über das Wenn und Aber und die Folgen zu quälen?
Auch ich habe meinen Lieblingsort. Einen Platz, an dem ich einfach nur dasitzen kann, meinen Gefühlen freien Lauf lasse und wo mich jeder versteht. Doch dieser Platz bleibt „geheim“, fern von dem stressigen Alltag und frei von allen Sorgen. Und wenn die Sorgen mich überfluten, werde ich ihn aufsuchen, einfach da sitzen und vielleicht auch den Tränen freien Lauf lassen. Man sagt, starke Menschen zeigen keine Trauer. Aber wenn man die Trauer in sich hineinfrisst, kann man niemals glücklich werden. Tränen, und ich schäme mich nicht, dass zu sagen, sind der Spiegel der Seele. Sie zeigen, wenn es einem schlecht geht, wenn man genau das Gegenteil von dem fühlt, was die Gesellschaft von einem erwartet. Und sie zeigen, dass keiner unverletzlich ist. Denn jeder Mensch hat schon einmal geweint, irgendwann wird es jedem Menschen zu viel – man traut sich nur nicht, dies zu zeigen. Man wahrt immer das Gesicht des Starken, um nicht als gefallen und verletzt dazustehen, denn das macht angreifbar. Wenn einfach jeder zu seinen Gefühlen stehen würde, sie nicht in seinem Herzen einschließen würde, gäbe es weniger Anfeindungen auf der Welt. Denn jeder Mensch ist verletzbar, selbst wenn er es nicht äußerlich zeigt, innerlich weint die Seele.

Nach diesem tristen Post bleibt zu sagen, dass nach jedem schlimmen Tag, nach jeder schlimmen Zeit irgendwann wieder Licht kommt. Mir wurde oft gesagt, dass das Leben weiter geht, nachdem ich einen geliebten Menschen verloren habe. Und man sieht, es geht weiter. Nichts ist, wie es war, aber das sieht die Natur auch nicht vor. Der Mensch entwickelt sich und letztendlich muss er gehen. Aber aus den Herzen derer, die ihn lieben, wird er niemals verschwinden.
Das Leben geht weiter, vergesst das nie.